Ernährung - Artikel - Herzteam Dortmund am St.-Johannes-Hospital

Übergewicht abbauen für Herz und Kreislauf

Ernährungsexperten erklären, was man beim Abnehmen wissen sollte

Fast Food, Süßes und Fertiggerichte statt einer ausgewogenen Kost mit viel Obst und Gemüse, dazu zuckerhaltige Getränke und Alkohol. All das im Übermaß genossen, sorgt dafür, dass mittlerweile die Hälfte aller Frauen und ein Drittel aller Männer als übergewichtig gelten – viele mit Tendenz zur Fettleibigkeit. Die große Gefahr: Adipositas beeinträchtigt unsere Gesundheit in erheblichem Maß. So bringen drei Viertel aller Patienten, die an Bluthochdruck und seinen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall leiden, zu viele Kilo auf die Waage. Hier gilt Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung als die wirksamste Behandlung, sagt das Herzteam Dortmund. Die Ernährungsexperten vom St.-Johannes-Hospital in Dortmund erklären, was Betroffene dabei wissen und beachten sollten.

Lass Zahlen sprechen: Übergewicht und Bluthochdruck sind eng miteinander verbunden.
Studien weisen nach: Pro verlorenem Kilo Körpergewicht sinkt der obere Blutdruckwert um etwa ein Millimeter Quecksilbersäule (mmHg als Blutdruck-Messeinheit). Wer zum Beispiel einen systolischen Wert von 150 mmHg hat und 15 Kilo abnimmt, hat wieder einen Blutdruck im Normalbereich. Wer abnimmt, leistet also selbst einen aktiven Beitrag zu seiner Gesundheit – ganz ohne Medikamente.

Berechnet wird Übergewicht nach dem Body-Mass-Index.
Der Body-Mass-Index (BMI) ergibt sich aus Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Mit seiner Hilfe kann jeder für sich selbst errechnen, ob und wie sehr er unter Übergewicht leidet. Ergibt sich dabei ein Wert zwischen 18,5 und 25 liegt das Gewicht im Normalbereich. Zwischen 25 und 30 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas.

Nachhaltig abnehmen kann man nur mit einer Ernährungsumstellung.
Es geht bei Herz-Patienten nicht darum, mit einer radikalen Diät schnellstmöglich viele Kilo zu verlieren, sondern um eine nachhaltige Gewichtsreduktion durch Ernährungsumstellung. Die Ernährungsempfehlungen lauten dabei zusammengefasst: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, weniger Süßigkeiten, keine Fertigprodukte, weniger Fleisch, ab und zu Fisch, Kräuter statt Salz, keine
zuckerhaltigen Getränke, Alkohol höchstens in Maßen.

Schritt für Schritt kommt das Ziel näher.
Wer zehn oder 15 Kilo abnehmen möchte, sollte sich nicht überfordern und sich Zwischenetappen setzen. Auch muss nicht gleich das ganze Leben umgekrempelt werden. Es reichen häufig einige wenige Verhaltensänderungen, um viel zu erreichen. Wer zum Beispiel jeden Morgen auf sein Croissant verzichtet und stattdessen zu einer Scheibe Vollkornbrot greift, spart allein dadurch Tag für Tag
knapp 300 Kalorien und nimmt außerdem wichtige Ballaststoffe und Nährwerte zu sich. Auch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt: Um das Körpergewicht zu reduzieren, sollte durch eine Reduktionskost ein tägliches Energiedefizit von etwa
500 Kalorien angestrebt werden. Denn bei Diäten mit einer stärker reduzierten Kalorienzufuhr besteht die Gefahr, dass der Körper in eine Sparhaltung übergeht und Muskelmasse abbaut. Außerdem droht der gefürchtete Jo-Jo-Effekt, was bedeutet, dass Menschen mit jeder allzu ehrgeizigen und dann missglückten Diätschleife im Endeffekt noch dicker werden.

Bewegung kurbelt den Kalorienverbrauch an und ist gesund.
Ein täglicher Spaziergang, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, Treppensteigen, Gartenarbeit – das alles verbrennt zusätzliche Kalorien. Gleichzeitig trägt Bewegung dazu bei, die Muskulatur bei einer reduzierten Kost zu erhalten und das bereits erreichte Gewicht zu stabilisieren. Wer mehr als 10.000 Schritte am Tag zurücklegt, ist dabei schon auf einem guten Weg. Also einfach mal den Schrittzähler einsetzen und sich selbst testen. Nicht nur zur Gewichtsreduktion, sondern für unsere Gesundheit insgesamt gilt Bewegung als eine Art Wundermittel. So auch als wirksames Mittel gegen Bluthochdruck: Wer sich regelmäßig ausreichend bewegt,
kann den oberen Wert um 10 bis 15 mmHg, den unteren um 5 bis 8 mmHg senken.

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