Medizin - Artikel - Herzteam Dortmund am St.-Johannes-Hospital

Bludruckwerte richtig selbst messen

Das Herzteam Dortmund erklärt, was Sie wissen sollten

Bei einem Bluthochdruck (Hypertonie) sind die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch. Die meisten Betroffenen werden aufgefordert, sie regelmäßig selbst zu kontrollieren. Doch was genau bedeuten diese Werte? Und wie werden sie richtig gemessen? Das Herzteam Dortmund erklärt, was man wissen und beachten sollte.

Der systolische und der diastolische Wert

Die Blutdruckwerte entstehen dadurch, dass bei jedem Herzschlag Blut in die Gefäße gepumpt wird. Dabei übt das Blut von innen Druck auf die Gefäßwand aus. Abhängig von der Herzaktion unterscheidet man dabei den systolischen vom diastolischen Blutdruckwert: Der systolische Wert entsteht in der Phase, in der sich das Herz zusammenzieht (Systole). Dabei wird Blut aus dem Herzen in die Hauptschlagader gepumpt. In der Diastole dehnt sich der Herzmuskel aus, um sich erneut mit Blut zu füllen. In den Gefäßen herrscht noch immer Druck, der jedoch niedriger ist als der systolische Blutdruck.

Die Messeinheit mmHG

Die Messeinheit für den Blutdruck ist mmHg. Diese Abkürzung steht für die Höhe in Millimetern, die eine Quecksilbersäule beim Messen anzeigt. Ein mmHg ist der Druck, der die Quecksilbersäule einen Millimeter in die Höhe treibt. Ein Messwert von beispielsweise 140/90 mmHg (umgangssprachlich 140 zu 90) bedeutet, dass der systolische Blutdruck bei 140 und der diastolische bei 90 mmHg liegt. Als optimalen Blutdruck bezeichnen Mediziner Werte von weniger als 120 mmHg systolisch und weniger als 80 mmHg diastolisch. Als normal gelten Werte 120 bis 129 systolisch und 80 bis 84 diastolisch. Von einer Hypertonie ersten Grades spricht man bei Werten von 140 bis 159 systolisch und 90 bis 99 diastolisch.

Regelmäßige Kontrolle

Für eine zuverlässige Diagnose ist es wichtig, dass nicht nur der Arzt, sondern auch Sie selbst Ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Das ist aussagekräftiger als das einmalige Messen in der Arztpraxis. Allerdings sollten Sie beachten: Der Blutdruck schwankt tagsüber ständig – abhängig davon, was wir tun und zu welcher Tageszeit gemessen wird. Bei einem gesunden Menschen pendeln sich die Werte immer wieder im Normalbereich ein. Erst wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, muss er
behandelt werden.

So messen Sie Ihren Blutdruck zuverlässig:
• Nehmen Sie wenn möglich ein digitales Messgerät und achten Sie darauf, dass die Manschette die richtige Größe für Ihren Arm hat.
• Messen Sie am Oberarm, nicht am Handgelenk. Das ist genauer.
• Trinken Sie vor der Messung keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Cola oder schwarzen Tee. Rauchen Sie nicht.
• Kommen Sie fünf Minuten zur Ruhe, bevor Sie die Manschette etwa zwei Zentimeter über dem Ellenbogen anlegen.
• Beugen Sie den Ellenbogen leicht und lagern sie ihn in Herzhöhe, zum Beispiel auf Tisch oder Sessellehne.
• Versuchen Sie, bei der Messung entspannt zu bleiben. Empfehlenswert sind zwei bis drei Messungen nacheinander. Dazwischen sollten jeweils ein bis zwei Minuten liegen. Nehmen Sie den Durchschnittswert der letzten beiden Messungen.
• Anfangs sollte der Blutdruck an beiden Armen gemessen werden. Langfristig nimmt man den Arm, an dem auf Dauer die höheren Werte gemessen worden sind.
• Eine genauere Auskunft gibt nach Absprache mit Ihrem Arzt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Die hat den Vorteil, dass auch die nächtlichen Werte mit einbezogen werden und die Anspannung, die die punktuelle Messung beeinträchtigen kann, keine so große Rolle mehr spielt.

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