Medizin - Artikel - Herzteam Dortmund am St.-Johannes-Hospital

Mehr Sicherheit mit CardioMEMs

Überwachung von Patienten mit Herzschwäche

Die Überwachung von Herzinsuffizienz-Patienten aus der Ferne? Das CardioMEMS-System macht es möglich. Diese neue Technik kommt erst in wenigen großen Zentren in Deutschland zum Einsatz – so auch im Herzteam Dortmund. Mittels eines kleinen drahtlosen Sensors, der nicht größer als eine Büroklammer ist, lassen sich die Druckverhältnisse in der Lungenschlagader des Patienten messen. Sie geben rechtzeitig darüber Auskunft, ob Atemnot wegen einer Wasseransammlung droht. „Einige Wochen bevor das geschieht, steigt der Blutdruck in der Lunge“, erklärt Prof. Dr. Helge Möllmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I / Kardiologie am St.-Johannes-Hospital und einer der beiden Leiter des Herzteams Dortmund.

Das winzige Gerät kann unkompliziert und sicher per Katheter ohne Operation implantiert werden. Anschließend sendet der Sensor die gemessenen Daten per Funkverbindung an eine Antenne. Sie ist in einem speziellen Kissen untergebracht und an ein elektronisches Gerät angeschlossen, das die Patienten mit nach Hause nehmen können. Die benötigten Informationen sendet das CardioMEMS-System dann an eine sichere, für Dritte nicht zugängliche Internetseite. So können die Wirkungen der verordneten Medikamente von dem behandelnden Arzt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Marita S. ist eine von zurzeit rund 15 Patientinnen und Patienten des JoHo, die von der neuen Technik profitieren. „Die Bedienung ist kinderleicht“, sagt die Dortmunderin. Und: „Für mich bedeutet CardioMEMS eine große Beruhigung und damit deutlich mehr Lebensqualität.“ Die 69-Jährige war vor Implantierung des Geräts immer wieder mit kurzen Abständen wegen akuter Luftnot im Krankenhaus. Das ist dank des Überwachungssystems inzwischen erst einmal wieder geschehen. Sogar in den Urlaub fahren konnte die Patientin.

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