Medizin - Artikel - Herzteam Dortmund am St.-Johannes-Hospital

Prüfen. Rufen. Drücken.

Erste Hilfe bei Herzstillstand

Es kann jeden treffen, zu jeder Zeit: plötzlicher Herzstillstand. Jetzt ist schnelle Hilfe überlebenswichtig. Der Laie vor Ort ist dabei ein wichtiges Glied in der Rettungskette. Aber: Nicht einmal ein Sechstel der Deutschen traut sich laut aktueller Studie überhaupt zu, in einem solchen Notfall die Initiative zu ergreifen. Vor allem die Angst etwas falsch zu machen, ist groß. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin, der Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V., die Stiftung Deutsche Anästhesie und der German Resuscitation Council haben deshalb die Kampagne „Ein Leben retten“ initiiert. Aufklärungsarbeit und konkrete Anleitungen sollen mehr Menschen ermutigen, Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten. Denn: Wenn das geschieht, steigt die Überlebenschance des Patienten auf das Doppelte bis Dreifache.

Der plötzliche Herzstillstand ist mit rund 100.000 Fällen im Jahr eine der häufigsten Todesursachen überhaupt in Deutschland. Tritt er ein, gilt es vor allem, schnell zu handeln. Bereits nach drei Minuten wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zu unwiderruflichen Schäden. Mit Hilfe der vom Laien durchgeführten Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gewonnen werden. Das Prinzip ist einfach: „Prüfen, Rufen. Drücken“ – so die Zusammenfassung der leicht zu merkenden Schritte, die Prof. Dr. Michael Sydow, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am St.-Johannes-Hospital, hier erklärt.

Prüfen
Ist der Patient bewusstlos? Zeigt er keine Reaktion, keine oder keine normale Atmung? Dann gilt es unverzüglich zu handeln.

Rufen
Kontaktieren Sie unverzüglich 112, schildern sie kurz und knapp die Situation mit Angabe des Standortes, an dem Sie sich mit dem Patienten befinden.

Drücken
Machen Sie den Brustkorb des Patienten frei. Legen Sie Ihre Handballen auf die Mitte der Brust. Verschränken Sie am besten die Finger und drücken Sie das Brustbein etwa 100 bis 120 Mal pro Minute fest und schnell nach unten. Hören Sie nicht auf bis Hilfe eintritt. Wird es zu anstrengend, wechseln Sie sich eventuell mit einem anderen Ersthelfer nahtlos ab. Kleiner Tipp: Der ideale Rhythmus entspricht einem Disco-Beat. Denken Sie also ruhig an einen Song wie „Stayin´Alive“ von den BeeGees.

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