Stressbewältigung - Artikel - Herzteam Dortmund am St.-Johannes-Hospital

Broken-Heart-Syndrom: Das gebrochene Herz gibt es wirklich

Vor allem Frauen sind betroffen

Gebrochene Herzen, gibt es die wirklich? Tatsächlich existiert eine Herzerkrankung, die Broken-Heart-Syndrom heißt, und unter der fast ausnahmslos Frauen nach den Wechseljahren leiden. Ausgelöst werden kann sie zum Beispiel durch einen schweren Schicksalsschlag, etwa den Tod eines Angehörigen. Die Beschwerden beim Broken-Heart-Syndrom, auch Stress-Kardiomyopathie genannt, gleichen denen eines Herzinfarktes: Engegefühl in der Brust, Atemnot, Herzrasen, Übelkeit. Betroffene müssen umgehend ins Krankenhaus und behandelt werden. Allerdings werden die Symptome weder durch Veränderungen an den Blutgefäßen noch durch deren Verstopfung hervorgerufen, wie eine Herzkatheter-Untersuchung und eine röntgenologische Darstellung der Gefäßte zweifelsfrei zeigen können. Der Grund für die Schmerzen: Im Blut der Patientinnen zirkulieren viel mehr Stresshormone als normal – hervorgerufen durch eine extreme psychische, manchmal auch körperliche Belastung, die das vegetative Nervensystem übermäßig aktiviert. Diese Stresshormone reizen die Herzwand, insbesondere in der Nähe der Herzspitze. Der Herzmuskel verkrampft. „Wir haben hier ein Krankheitsbild, das besonders eindrucksvoll den Zusammenhang von Psyche und Herzgesundheit demonstriert“, betont Prof. Dr. Helge Möllmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I/ Kardiologie am St. Johannes-Hospital in Dortmund. Er war an der Erforschung des Broken-Heart-Syndroms maßgeblich beteiligt, das überhaupt erst seit rund 25 Jahren bekannt ist.

Gleiche Symptome wie beim Herzinfarkt – andere Therapie
Dabei hat die exakte Diagnose entscheidende Auswirkungen auf die Therapie. Während es beim Herzinfarkt darauf ankommt, möglichst schnell das Gerinnsel zu beseitigen, dass die Gefäße verstopft und den Blutfluss blockiert, müssen beim Broken-Heart-Syndrom die Patienten in erster Linie mit Hilfe von Medikamenten Entspannung finden. Auch sie werden auf der Intensivstation überwacht, da die Gefahr von ernsthaften Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen während der Akutphase besteht. Danach ist die Prognose gut. Anders als beim Herzinfarkt regeneriert sich das Herz in der Regel vollständig. Vermutlich liegt bei über sieben Prozent der Frauen, die mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert werden, ein Broken-Heart-Syndrom vor.
„Männer sind auch, aber deutlich weniger betroffen“, sagt Prof. Dr. Möllmann. Er erklärt, warum die Erkrankung auch Tako Tsubo-Syndrom genannt wird – eine Bezeichnung, die aus der asiatischen Medizinforschung kommt. „Die linke Herzkammer verändert sich deutlich. Sie wird an der Spitze enger und erscheint unten aufgeblasen wie ein Ballon. Das ähnelt dann einem Gefäß mit Namen Tako
Tsubo, mit dem in Japan früher die Tintenfische gefangen wurden.“

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